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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Düren: Kennwerte für die Wasserhaltung

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Die Rur durchzieht Düren mit einer Dynamik, die jeder Bautätigkeit ihren Stempel aufdrückt. In den wechselnden Schichtfolgen aus quartären Kiesen, Sanden und den in der Zülpicher Börde anstehenden Lösslehmschichten ist die gesättigte Durchlässigkeit oft der entscheidende Faktor, der über den Erfolg einer Wasserhaltung oder Versickerungsanlage bestimmt. In unserer Erfahrung liefern Laborversuche an gestörten Proben hier selten belastbare Kennwerte, weil das natürliche Korngefüge verloren geht. Deshalb setzen wir direkt im Bohrloch an: mit dem Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc für Lockergesteine und nach Lugeon für den anstehenden Fels, wo die Ruraue in tiefere Schichten übergeht. Beide Verfahren ermitteln den Durchlässigkeitsbeiwert kf unter realem Spannungszustand, was gerade bei der Dimensionierung von Dränagen oder der Beurteilung einer Baugrubensicherung unverzichtbar ist.

Ein Lugeon-Wert von 3 bis 5 in den Kluftgrundwasserleitern der Rur bedeutet: Abdichtung planen, nicht entwässern.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Düren ist geprägt von einer geotechnischen Zweiteilung: dem hochdurchlässigen Auenkies der Rur und den bindigen, oft steifen Lössböden der umliegenden Hochflächen. Diese Kontraste verlangen eine flexible Versuchsdurchführung. Beim Lefranc-Versuch setzen wir die Lanze unterhalb des Grundwasserspiegels und führen die Prüfung mit konstanter oder fallender Druckhöhe durch, je nachdem ob wir mit kf-Werten im Bereich 10^-4 m/s oder 10^-6 m/s rechnen. Bei Felsaufschlüssen in den devonischen Schichten am Eifelnordrand kommt der Lugeon-Test mit Packer zum Einsatz, der die Klüftigkeit in fünf Druckstufen nach Houlsby auswertet. Die Interpretation der Absenk- und Wiederanstiegskurven erfolgt noch auf der Baustelle, sodass wir gemeinsam mit dem Planer entscheiden können, ob eine Injektion zur Abdichtung sinnvoll ist oder die natürliche Durchlässigkeit für eine Versickerung ausreicht.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Düren: Kennwerte für die Wasserhaltung
Technische Referenz — Düren

Lokale Besonderheiten

Mit rund 92.000 Einwohnern und einer Höhenlage von 125 m ü. NHN steht Düren auf einer wasserwirtschaftlich sensiblen Schwelle. Der mittlere Grundwasserflurabstand im Rurtal beträgt teils weniger als 2 Meter, während die Hochwasserereignisse der Rur von 2021 eindrücklich gezeigt haben, wie schnell aus einem normalen Pegel ein extremer Stau wird. Ein unzureichend ermittelter kf-Wert führt in dieser Konstellation zu zwei gegensätzlichen, aber gleichermaßen teuren Fehlern: Entweder die Wasserhaltung ist unterdimensioniert und die Baugrube läuft voll, oder die Versickerungsanlage wird zu knapp bemessen und versagt beim nächsten Starkregen. Besonders tückisch sind die Lössböden der Börde, die oberflächlich stabil wirken, aber bei Wasserzutritt zu einer breiigen Konsistenz neigen und dann kaum noch tragfähig sind. Ein belastbarer Lefranc-Versuch im Vorfeld schützt vor bösen Überraschungen beim Aushub und liefert die Grundlage für eine wasserrechtliche Erlaubnis, die das Umweltamt Düren zwingend verlangt.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2:2012-09 – Geotechnische Erkundung; Feldversuche; Teil 2: Wasserdurchlässigkeitsversuche im Bohrloch, DIN 18130-1 – Baugrund; Versuche und Versuchsgeräte; Wasserdurchlässigkeit, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VerfahrenLefranc (Lockergestein) / Lugeon (Fels)
Normative GrundlageDIN EN ISO 22282-2:2012-09; DIN 18130-1
Bohrdurchmesser100 mm bis 146 mm (Lefranc) / 76 mm bis 101 mm (Lugeon)
Testintervall0,5 m bis 1,5 m, abhängig von Schichtgrenzen
Druckstufen (Lugeon)5 Zyklen nach Houlsby, max. 10 bar
Typische kf-Werte Düren10^-2 bis 10^-4 m/s (Rurkies); 10^-6 bis 10^-8 m/s (Lösslehm)
MessgenauigkeitDruckaufnehmer mit ±0,1 % F.S., Datenlogger 1 s Intervall

Häufige Fragen

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Düren?

Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch in einer Sondierbohrung liegen die Kosten je nach Tiefe, Testintervall und Anzahl der Druckstufen zwischen 580 € und 820 €. Dieser Preis beinhaltet die Versuchsdurchführung vor Ort, die digitale Aufzeichnung der Druck-Zeit-Kurven und die Auswertung mit Angabe des kf-Werts im geotechnischen Bericht.

Wann brauche ich einen Lugeon-Test statt eines Lefranc-Versuchs?

Der Lugeon-Test ist für Felsgesteine vorgeschrieben, sobald die Bohrung auf devonische Grauwacken oder Sandsteine trifft, wie sie am Nordrand der Eifel in Düren anstehen. Während der Lefranc-Versuch die Porendurchlässigkeit im Lockergestein misst, erfasst der Lugeon-Test die Klüftigkeit und das hydraulische Verhalten von Trennflächen. Bei wechselnden Schichtfolgen aus Kies und Fels führen wir beide Versuche in derselben Bohrung aus.

Kann ich den Versickerungsnachweis für das Bauamt Düren mit diesen Versuchen führen?

Ja, der Felddurchlässigkeitsversuch nach DIN EN ISO 22282-2 ist das zentrale Element für den Versickerungsnachweis nach DWA-A 138. Das Umweltamt Düren akzeptiert unsere Ergebnisse, weil wir mit einem akkreditierten Labor arbeiten und die Messung direkt im wasserführenden Horizont erfolgt. Wir stellen die kf-Werte schichtspezifisch dar und bereiten die Daten so auf, dass sie direkt in den Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis übernommen werden können.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Düren und seinem Großraum.

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